Es ist noch gar nicht so lange her ...

... als "Internet" für die meisten Menschen noch ein Fremdwort war und Fernverbindungen zwischen Computern eine kleine technische Sensation.

Anfang der neunzehnhundertneunziger Jahre begann mein persönliches Interesse für dieser Art der Kommunikation zu wachsen. Damals gab es noch kein Internet für den privaten Gebrauch. Zu damaligen Zeiten waren die Verbindungsgeschwindigkeiten bis zu 100 mal langsamer als heute.

Als ich meine ersten Experimente mit meiner gerade zusammengebastelten Mailbox machte, kamen die ersten 14.4er Modems auf den Markt. "Highspeed" nannte sich das damals. Die Preise waren ungeheuer hoch. Für mein erstes Modem

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bezahlte ich noch beachtliche 600, - DM.

Der Aufbau einer Hobby-Mailbox war ein Abenteuer  und mit großem Aufwand verbunden. Es gab nur wenige Leute die wirklich "Ahnung" hatten. Insiderwissen war sehr wichtig und schwer zu bekommen. Die Vernetzung geschah üblicherweise über das FidoNet.

Meine Hobby-Mailbox hatte etwa 1995 die meisten Online-Besucher. In guten Zeiten waren es bis zu 10 User pro Tag. Für den eher ländlichen Standort war das sehr viel. In den Jahren danach nahmen die Besucherzahlen rapide ab. Das Internet war eine zu große Konkurrenz geworden.

Die Mailbox gibt es nun schon lange nicht mehr, aber ich habe sehr viele schöne Erinnerungen an diese Zeit. Deshalb zeige ich hier einige Bilder von dem Zustand,  wie sie noch bis zum Jahre 2002 existierte.

 

 

Der Eröffnungsbildschirm kam nach dem Zustandekommen der DFü-Verbindung. Ein regionales DFü-Netzwerk für Uelzen war auch Bestandteil der Mailbox. Das Hauptmenü!
Es gab einige Filenetze und ein Freeware-Archiv. Dateiauswahl zum Download. Jeder User konnte seine eigene Homepage im Mailbox-Stil anlegen.
Der Mailbereich orientierte sich am FidoNet. Nach der Auswahl des Mailbereichs, bekam man eine Liste der Beiträge. Für gelegentliche Abwechslung sorgten ein paar Online-Spiele. 
Mailboxspiel: "Kaiser". Mailboxspiel: "Kiosk". Mailboxspiel: "City Jagd".
 

 

Ein Bestandteil der Mailbox waren sogenannte "Filenetze". Über ein ausgeklügeltes System wurden gepackte Dateien weitergegeben und automatisch in eine "Filebase" einsortiert. Benutzer der Mailbox konnten sich dann per Download daraus bedienen. Herunterladen konnte man sich auch eine meist sehr umfangreiche Dateiliste, die jeden Tag neu generiert wurde.

Eine der letzten sogenannten "Filelisten" der "Blackbox" kann man sich hier anschauen ... allfiles.zip